Kieferbereich

Physiotherapie gemeinsam mit Ihrem Zahnarzt oder Kieferorthopäden

Häufig wird in Absprache mit einem Zahnarzt oder einem Kieferorthopäden gearbeitet. Neben der passiven Behandlung der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur wird die muskuläre Balance wiederaufgebaut, und gemeinsam mit dem Patienten Koordinationsübungen, Haltungs- und Alltagstraining erarbeitet. Der Patient erlernt auch Strategien und Techniken zur Entspannung der Kaumuskulatur und ev. zur Eigenbehandlung von muskulären Spannungspunkten in diesem Bereich.

Verbesserung des muskulären Gleichgewichts

Da bei verändertem Input im Kieferbereich wie z. B. bei kieferorthopädischer Behandlung meist muskuläre Spannungen auftreten wird in der Behandlung das muskuläre Gleichgewicht wieder verbessert und durch aktives Haltungstraining diese Balance stabilisiert. Kräftigung und Stabilität in die Aufrichtung des gesamten Körpers unterstützen ebenfalls die verbesserte muskuläre Situation im Kiefer-, Hals- und Nackenbereich.

Kopfschmerzpraxis Antonia Reschenhofer, Wirbelsäule
Auch die Kaumuskulatur kann beeinträchtigt sein.

Behandlung von CMD (Kraniomandibuläre Dysfunktion)

Schmerzen im Bereich der Kaumuskulatur und/oder der Kiefergelenke, Beschwerden beim Kauen, beim Mund öffnen, Kieferknacken, Koordinationsprobleme beim Kauen (man beißt sich oft in die Wange oder Zunge). Man weiß, dass ein Zusammenhang zwischen Nackenbeschwerden und CMD besteht. Fehlhaltungen der Wirbelsäule (v.a. Halswirbelsäule) können die Entstehung von CMD unterstützen. Andere beitragende Faktoren für Problematiken des Kausystems können Asymmetrien am Kopf oder im Gesicht, Parafunktionen wie Zähneknirschen oder Pressen und Bissanomalien (z.B. Distalbiss, Kreuzbiss), Veränderungen in der Zahnstellung (z.B. durch Zahnlücken Fehlen einer guten Stützzone) sein.

Physiotherapie unterstützend zur kieferorthopädischen Behandlung

Physiotherapie als Unterstützung zur kieferorthopädischen Behandlung hat sich in den letzten Jahren durchgesetzt und bewährt. Es wurde festgestellt, dass die Position der Halswirbelsäule auch die Position des Unterkiefers beeinflusst. D.h. wenn sich bei einer Person aufgrund einer Haltungsschwäche häufig die Halswirbelsäule in einer überstreckten Position befindet, hat das Einfluss auf die Unterkieferposition und die Spannung der Nacken- Kau- und Gesichtsmuskulatur. Deshalb ist es beispielsweise sinnvoll die kieferorthopädische Behandlung wegen einer ungünstigen Position des Unterkiefers (z.B. retrognathes Unterkiefer) mit Physiotherapie zu begleiten.

Man hat herausgefunden dass Form und Funktion sich gegenseitig beeinflussen. D.h. bei einer unzureichenden Funktion (z.B. schlechte Saugfunktion, Sprechfunktion oder Atemtechnik -Mundatmung –  bei Kindern) kann das Wachstum des Kiefers und  dadurch die Zahnstellung beeinflusst werden. Es kann sein dass sich Ober- oder Unterkiefer zu klein oder zu schmal ausbilden. (Das darf natürlich nicht verwechselt werden mit der genetischen Veranlagung der Kopf- und Gesichtsform.) Oft ist dann die Spannung der Wangenmuskulatur und der Zunge erhöht und das kann in der Wachstumsphase wiederum die Zahnstellung verändern. Wiederum kann jedoch durch Zahn- und Kieferfehlstellung die Funktion z.B. Sprechen, Kauen und Schlucken beeinträchtigt werden.

Im Rahmen der CRAFTA-Behandlung werden intra- und extraorale Techniken angewendet um Spannungen in der Kau- und Gesichtsmuskulatur zu normalisieren, die Koordination und dadurch die Funktionen zu verbessern. Genau durch diesen Einfluss wird der Erfolg einer Zahnspangenbehandlung unterstützt.